Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …

2013-04-18-12-23-18 Lange haben wir warten müssen, diese Verse endlich aussprechen zu können. Der alte Winter schien dieses Jahr keinerlei Schwäche zu zeigen und quälte unser Bikerherz. Die kurzen, kalten Tage verbrachte ich also mit Planungen und sehnsüchtigen Gedanken. 2013 – es soll das Jahr unserer Alpenüberquerung werden. Ich klickte mich durch Foren, erstellte die Routen und Karten, reservierte die Pension in Garmisch. Von Zeit zu Zeit fütterte ich die Suche bei YouTube mit Worten wie Trans Alp, Val d`Uina oder Montozzo Scharte. Eines drohte dabei auf der Strecke zu bleiben – die körperliche Vorbereitung. Abhilfe brachte da so manch heißer Ride durch kalte Nacht mit Gleichgesinnten. Aber das reichte bei weitem nicht aus. Eine längere Tour musste sein, mit ordentlich Höhenmetern. Letzten Donnerstag war es endlich soweit. Der Frühling war da und zeigte sich seit 2 Wochen von seiner schönsten Seite. Ein Besuch bei Mutti war Ausgangsbasis für eine Tour von Halberstadt auf den Brocken. Start war in der Innenstadt, unweit des Doms. Es ging hinaus in die Spiegelsberge unterhalb des Jagdschloß entlang in Richtung Thekenberge. Linker Hand die berühmte Bunkeranlage, die im Dritten Reich unter dem Tarnnamen „Malachit“ von Zwangsarbeitern des nahen KZ Langenstein-Zwieberge in den Fels geschlagen wurde. Hier baute man für Junkers Dessau Flugzeuge. Jetzt kam der erste kleinere, aber steile, Anstieg und die Lungen waren frei. Schnell ging es voran Richtung Blankenburg. Am Regenstein vorbei, unter der B6n hindurch in ein idyllisches Tal mit Bachlauf. Dem Verlauf aufwärts folgend erreichte ich Kloster Michaelstein. Von hier aus ging es in den Harz, ca. 8km immer bergauf. Gutes Training. Hinter Eggeröder Brunnen war dann der Anstieg erst einmal vorbei und die Strecke wurde entspannter. Beim Schauberwerg Büchenberg ging es inklusive eines Abflugs in den Matsch auch mal wieder bergab, nur um dann wieder den nächsten knackigen Anstieg anzugehen. Das erste kleine Ziel des Tages war nun nicht mehr weit. Über die Staumauer der teilweise noch vereisten Zillierbachtalsperre zum Bahnhof Drei Annen Hohne. „Der alte Winter, in seiner Schwäche, Zog sich in rauhe Berge zurück“. Leider erwies sich diese Zeile aus Goethes Werk als wahr. Oberhalb von Drei Annen Hohne wurden die Wege immer schlechter fahrbar. Eisfelder, Schmelzwasserbäche oder Schneefelder, in denen man einsackte. Der Glashüttenweg war noch machbar, aber oberhalb der Spinne war Schluß. 25cm Schneematsch machten ein Weiterkommen weder im Sattel noch zu Fuß möglich. Zurück über Bhf. Schierke und den Bahnparallelweg schaffte ich es dann doch zur Brockenstraße. Die war frei und trocken und der Weg zum Gipfel dann nur noch ein kurzes Stück.
Zurück ging es dann die Brockenstraße wieder runter. Über Schierke und Bhf. Schierke zur Spinne und dann den Glashüttenweg und die Ellenbogenchaussee, teilweise meterweit durch Schmelzwasserbäche, in Richtung Wernigerode. Nach einer Bikewäsche an der Tanke war dann am Bahnhof Wernigerode Schluß. Mit dem Zug fuhr ich noch das letzte Stück nach Halberstadt zurück. Dort bekam auch der Biker eine Wäsche. Alles in allem waren es über 80km und 1800Hm, ich war ausgelaugt aber glücklich. Eine super Tour, die wir sicher so oder ähnlich noch mal abfahren werden. Gute Vorbereitung für den Sommer.

Fotos:

Daten:

  • Länge: 78 km
  • Art: Mountainbike
  • Gegend: Harz

Karte:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Captcha * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.